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Phallotorynus victoriae
OLIVEROS, 1983
Fundort:
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- Rio Paraná Gebiet in Paraguay und Argentinien (Santa Fé und Corrientes Provinzen)
- Mato Grosso do Sue in Brasilien, am Oberlauf des Rio Paraná
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Natürliches Habitat:
Phallotorynus victoriae bevölkert sumpfige und langsam fließende Flüsschen und Gräben
sowie Bäche und Tümpel in sumpfigen Arealen. Das Wasser ist oft trübe und umgebende
Landpflanzen ragen von den Ufern ins Wasser. Im natürlichen Habitat schwankt die Tempe-
ratur zwischen 15 und 30 °C. Die GH reicht von nicht messbar bis 3, der PH liegt zwischen 5,8
und 6,5. Die von uns gepflegte Variante entstammt dem Gebiet um Capiata, Paraguay.
Beschreibung der Art:
Die torpedoförmige gestreckte Gestalt lässt erahnen, dass wir es hier mit einem Lauerjäger
zu tun haben. Die Art hat eine braungelbliche Grundfarbe. Bei Wohlbefinden bekommen die Weibchen einen
auffälligen blaugrauen Balken auf dem ansonsten weißlich-silbrigen Bauch.
Beide Geschlechter tragen einen auffälligen runden schwarzen Fleck im unteren Teil des
Schwanzstieles. Dieser Fleck ist schon bei Jungtieren zu sehen. Bei P. victoriae von anderen
Fundorten sind 1-3 solcher Punkte möglich, selten 4-5. Die Männchen sind etwas heller mit
6-8 angedeuteten senkrechten Streifen auf dem Hinterkörper. Sie haben gelbliche Flossen mit
schwarzen Flossenstrahlen, die Rückenflosse kann komplett schwarz gefärbt sein.
Einige Individuen besitzen hellblau leuchtende Augen, besonders gut sichtbar an wenige Tage alten Jungfischen.
Diese Leuchtaugen ähneln auffällig kleinen Luftblasen im Javamoos, entweder handelt es sich
hierbei um eine Tarnung oder ein Erkennungsmerkmal der Tiere untereinander. Beide Geschlechter
haben einen dunklen Steifen von Auge zu Auge unter der Unterlippe. Das Maul ist im Gegensatz
zu den meisten anderen Lebendgebärenden nicht obenständig. Trächtige Weibchen können recht
füllig werden. Die Männchen erreichen eine Länge von etwa 3 cm, die Weibchen bis ca. 4 cm.
Verhalten:
Gewöhnlich durchstreifen die Tiere das Becken in kleineren Gruppen von 2-3 Tieren. Oftmals stehen
Einzeltiere unbeweglich in Nischen in der Nähe der Wasseroberfläche und lauern auf Beute.
Die Weibchen sind anscheinend der dominantere Part und manchmal recht zickig untereinander.
Die schwärzlichen Flossen werden bei Rangkämpfen steil aufgestellt.
Haltung und Zucht:
Über diese schöne und interessante Art kann man leider nur sehr schwer Informationen finden.
Obwohl die Art gegenüber anderen Fischen sehr friedlich ist, sollte man diese schwimm- freudigen
Tiere schon aufgrund ihrer Seltenheit in einem Artbecken von mindestens 60 cm Kantenlänge
gehalten werden, besser sind 80cm. Dieses sollte gut bepflanzt sein mit feinfiedrigen
Wasserpflanzen und Moosen - besonders in Oberflächennähe. Trotzdem sollte genügend Schwimmraum
vorhanden sein. Mit der Haltung in einem Nanobecken (25 Liter) haben wir keine guten Erfahrungen
gemacht. Die fünf Ausgangstiere vermehrten sich zunächst recht schnell, dann pendelte sich ein
Bestand von 13-15 Tieren ein. Durch überwiegende Fütterung mit Dekap und Spirulina (hoher
Eiweißanteil) bildeten sich bei einem Großteil der heranwachsenden Tiere Dellen hinter dem Kopf.
Im Monatsrhythmus werden von den Weibchen einige wenige recht große Jungfische abgesetzt -
vermutlich zwischen 1-8 Stück. Diese werden normalerweise ignoriert. Sie stehen teilweise
regungslos an der Wasseroberfläche, gerne verbergen sie sich im Wasserlinsen-teppich oder
durchsuchen das von der Beckenrückwand ragende Javamoos nach Kleinstlebewesen. Es wurden
unbehelligt zwischen den Alttieren schwimmende wenige Tage alte Babys gesehen. Die größte
Gefahr droht ihnen wohl kurz nach der Geburt, wo sie durch hüpfende Bewegungen den Jagdtrieb
der Alttiere wecken können.
Zur Zucht ist maulgerecht kleines Lebendfutter unbedingt notwendig. Das Absetzen der Weibchen
in Laichkästen führte zur Laichverhaltung und wurde daher aufgegeben. Kühlere Temperaturen
sollte die Art aufgrund ihrer Herkunft vertragen, also braucht das Becken nicht unbedingt
beheizt werden. Im Winter kann man die Temperatur ruhig bis auf 16°C absinken lassen, um die
kühlere Jahreszeit zu simulieren. Die Wasserwechsel sollten sich bei einer Zuchtgruppe im 120
Liter Becken auf 30 Liter alle 14 Tage beschränken. Mit unseren Wasserwerten von GH 12°,
KH 7-8°, pH 7,5-7,7 scheint die Art gut zurechtzukommen.
Futter:
Das Futter sollte variieren, maulgerechtes Lebendfutter wie kleine Wasserflöhe und Cyclops sind
zur Zucht unabdingbar. Eine ausschließliche Ernährung mit Artemien und Trockenfutter führte zu
(vorübergehender) Unfruchtbarkeit.
Quellenangabe:
Meyer, M. & Etzel, V.: Studies on Phallotorynus fasciolatus HENN, 1916 and P. victoriae
OLIVEROS, 1983, with remarks on additional recognized species and ecology of the genus,
Zoologische Abhandlungen (Dresden) 56: 81-89
Dieser Steckbrief erschien in der DGLZ Rundschau Heft 2/2008.
Copyright (c) 2008 Christiane Müsch
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Fundgebiet: Südamerika
Rio Parana System - Brasilien, Paraguay, Argentinien
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