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Der Liberty-Molly Poecilia gillii (vormals salvatoris).
Erfahrungen mit einem "Klassiker"
von Michael Müsch, Melle
Ich erhielt diese schöne Molly-Art im Herbst 2003 von der Webmasterin des Zierfischverzeichnisses,
ANIKA BÖRRIES.
Sie hatte diese Art kurz vorher in dem Schaubecken eines Restaurants entdeckt.
Nach Aussage des Wirts wurden die Ausgangstiere um 1980 in einem Fluss in Norditalien gefangen und er
hält sie seit dem zusammen mit einigen Buntbarschen in einem großen Schaubecken. Es kommen immer genügend Jungfische durch, um die Art zu erhalten.
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Nach anfänglichen Problemen in der Artbestimmung (sie ging erst von einer Gambusenart aus)
bestätigte sich mein erster Eindruck, dass es sich um eine Mollyart handelt. Die vier
Ausgangstiere, die ich erhielt, wiesen einen schlanken Körper auf, die Männchen waren
ca. 4 cm groß und prächtig gefärbt, rot-schwarz-weiße Rücken- und Schwanzflosse und bläulich
glänzendem Körper, die Weibchen waren ca. 7-8 |
Etwas verwunderte mich die Färbung der
heranwachsenden Jungfische, bevor sich bei den Männchen das Gonopodium ausbildete, denn bei
einigen färbte sich die Afterflosse Rot-Orange, was ich auf die Fütterung von Cyclop-eeze
zurückführte. Jedoch verschwand diese Färbung nach einiger Zeit wieder, und da ich Cyplop-eeze
zu diesem Zeitpunkt längere Zeit nicht mehr gefüttert hatte, ging ich von einem Zusammenhang aus.
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Ein prächtiges Alpha-Männchen des Liberty-Mollys Poecilia gillii.
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Zwischenzeitlich konnte ich beobachten, dass es keinen Zusammenhang gibt/ gab, denn bei den
jungen Männchen färbt sich die Afterflosse Rot-Orange, bevor sie sich zum Gonopodium umbildet,
danach verliert sich die Färbung wieder. Bei einigen Männchen konnte ich beobachten, dass sie,
bevor sich die bläuliche Körperfärbung ausbildet, goldfarbige Längsstreifen bekamen, welche
jedoch wieder verschwanden, bzw. durch das Blau überdeckt wurden. Nach ca. fünf Monaten scheint
die Ausfärbung der Männchen vollzogen zu sein, beide Geschlechter haben nach sechs Monaten eine
Körpergröße von ca. 6 cm, wobei die Rückenflosse der Männchen noch nicht völlig ausgebildet und
das Größenwachstum der Weibchen noch nicht abgeschlossen ist, ich vermute, dass dies 10-12 Monate
dauern wird.
Zur Zeit halte ich eine Gruppe von ca. 20 Tieren zusammen mit einigen anderen Lebendgebärenden
in einem 450 Liter Becken, welches mittelstark bepflanzt ist. Mittlerweile sind drei sehr
imposante (Alpha-)Männchen im Schwarm, die anderen Männchen sind nicht so intensiv gefärbt.
Sie zeigen keinerlei Aggressivität und bedrängen ihre Weibchen nicht sonderlich stark. Besonders
die Weibchen zupfen stark an Pinselalgen, denn schon zwei Wochen nach umsetzen in des 450 Liter
Becken (in welchem ich stets Probleme mit Pinselalgen auf Moorkien- und Savannenholz hatte)
lichten sich diese, jedoch werden keine Pflanzen angefressen.
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cm groß, jedoch bei weitem nicht so intensiv gefärbt
wie die Männchen, gleichfalls ist die Rückenflosse nicht so fahnenartig ausgezogen.
Die Grundfarbe ist grau, wobei allerdings Varianten von hell- bis dunkelgrau auftreten.
Im Dezember 2003 stellten sich die ersten Jungtiere ein, sie wiesen eine graue Färbung bei einem
Zentimeter Körpergröße auf. Sie wurden in einem mit Vallisnerien bepflanzen 112 Liter Becken geboren, wobei ich keinen
Kannibalismus der Elterntiere feststellen konnte. Diesen ersten Wurf von 19 Jungen überführte
ich nach einigen Tagen ohne scheinbare Verluste in ein 25 Liter Aufzuchtbecken. Anzumerken ist
hierzu, dass man den Weibchen auf den ersten Blick nicht ansehen konnte, dass sie kurz vorm
Werfen standen, da sie keinen dicken, sondern nur einen leicht eckigen Bauch bekamen.
Die jungen Mollys wurden mehrfach täglich abwechslungsreich mit Dekapsulierten Artemia,
Spirulina, Cyclop-eeze, tiefgefrorenen Artemia-Nauplien und ab der 3.-4. Woche auch mit
tiefgefrorenen roten- und schwarzen Mückenlarven gefüttert, zusätzlich gibt es einmal die
Woche lebende Wasserflöhe und Cyclops, welche ebenfalls begierig gefressen werden. Was bei
den Jungtieren auffällig ist, sie werden größer und kräftiger als ihre Eltern, insbesondere
auch hochrückiger, ich führe die auf die abwechslungsreiche und häufige Fütterung, wie auch
den häufigen Wasserwechseln meinerseits zurück.
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Alles in allem kann ich sagen, dass es sich um eine interessante und sehr hübsche Art handelt,
die jedoch erst in größeren Becken mit viel Schwimmraum besser zur Geltung kommt. Ich halte sie
in normalem Leitungswasser, es werden keine Wasseraufbereitungsmittel zugegeben. Meine Wasserwerte
sind GH 21°dH, KH 14°dH, pH um 7 und die Temperatur ist zwischen 22 bis 25 °C schwankend.
Zwischenzeitlich bin ich umgezogen und die Wasserwerte haben sich verändert, GH 12°dH, KH 7-8°dH,
pH 7,5 – 8. Die Mollys fühlen sich auch bei diesen Werten sehr wohl und vermehren sich stark.
Ende Juni 2005 habe ich 65 Jungtiere verschiedener Größe in einen über tausend Liter fassenden
mäßig veralgten Gartenteich gesetzt. Hier bilden sie Schwärme von 5 – scheinbar 65 Tieren, die
oberflächennah das Becken durchstreifen oder sich unter den Blättern einer mittelgroßen Seerose
aufhalten. Auch hier ist sehr gut zu beobachten wie sie an Algenbüscheln, die sich am Rand des
Beckens befinden, zupfen. Ob sie hier nun die Algen oder die darin befindlichen Kleinstlebewesen
fressen mag ich nicht zu beurteilen.
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Poecilia gillii bei der Balz
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Erschienen in der DGLZ-Rundschau 3/2005 S.75-78 |
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