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| Xiphophorus multilineatus - Gebänderter Schwertträger |
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| Rauchenberger, Kallmann & Morizot, 1990 |
| Fundort: | Rio Coy, San Louis Potosi, Mexiko | |
| Fundzeitpunkt: | im April 1996 |
Natürliches Habitat: Xiphophorus multilineatus ist im Rio Coy, Arroyo Tambaque und Arroyo Oxitipa bis Octzen weit verbreitet. Hauptfundort und guter Fangplatz ist direkt bei der Puente Rio Coy, Fernstraße 85 südlich Ciudad Valles. Der Rio Coy ist ein ca. 30m breiter und 3m tiefer schnell fließender Fluß mit ruhigen Wasserzonen. Teilweise findet man am Ufer dichte Wasserpflanzenbestände, die sich mit einhängenden Landpflanzen mischen. Das Wasser ist grün-blau und der Boden besteht aus grobem Kies, Sand und Schlamm. An den Flußufern findet man zahlreiche Ausbuchtungen. Die Art ist endemisch im Rio Coy System und dies kann im Falle einer Umweltkatastrophe schnell zu einer Bedrohung werden. Einordnung der Art: Rauchenberger, Kallman and Morizot (1990) beschrieben Xiphophorus multilineatus als eine eigene Spezies. Ursprünglich wurde die Art als eine Unterart von Xiphophorus nigrensis angesehen. In der Rauchenberger et al Publikation wurden die 9 nördlichen Schwertträger in drei Gruppen von verwandten Arten - die montezumae Gruppe, die cortezi Gruppe und die pygmaeus Gruppe aufgeteilt. The pygmaeus Gruppe beinhaltet zwei sehr nahe verwandte Arten, X. nigrensis and X. multilineatus, und eine dritte nahe verwandte Art, X. pygmaeus. Entsprechend der Publikation war eine in der Aquaristik verbreitete Population von Xiphophorus nigrensis eigentlich X. multilineatus. Weil die nördlichen Schwertträger schwierig zu unterscheiden sind und teilweise in der Aquaristik unter dem falschen Namen verbreitet wurden, ist die Zuordnung manchmal schwierig. Die drei Schwertträgerarten der pygmaeus-Gruppe
Als Flachwasservertreter ist bei Xiphophorus multilineatus eine leichte Durchlüftung und Strömung von Vorteil. Es ist ratsam, einen regelmäßigen wöchentlichen Teilwasserwechsel durchzuführen. Die geeignete Hälterungstemperatur liegt zwischen 18 und 25°C. Das Becken sollte gut bepflanzt sein und genügend Versteckmöglichkeiten für den Nachwuchs bieten. Ich halte in einem 60 cm Becken eine Zuchtgruppe mit einem Männchen und mehreren Weibchen. Die Jungfische werden von Zeit zu Zeit abgefischt und wachsen problemlos zusammen mit jungen Guppys in 12l-Aufzuchtbecken auf. Ich erhielt den Stamm von einem befreundeten Züchter, der Weichwasser von dGH3 hat, ich halte bisher 2 Generationen in dGH12 und PH7,5 ohne größere Probleme. Von den vielfach beschriebenen Schwierigkeiten bei der Haltung von Xiphophorus multilineatus hab ich bisher nicht viel bemerkt. Sind die Tiere erst einmal akklimatisiert, sind sie recht vital. Diesen Sommer habe ich ein paar Jungfische verschiedener Würfe zusammen mit jungen Endlers in einen dicht bepflanzen 90l Mörtelkübel auf dem Balkon ausgelagert und musste leider schon feststellen, dass die Tiere auf Temperaturen, die dauerhaft unter 16 Grad sinken, empfindlich reagieren. Ein spezielles Problem der Art - Transport und Handling: Große Ausfälle gibt es leider bei der Überführung der Tiere in Transportbeuteln. Offenbar leiden die Tiere in den blanken Tüten sehr stark unter Streß oder reagieren auf Stoffe im Wasser, besonders wenn mehrere Tiere in einem Beutel sitzen. Erste Ausfallerscheinungen beobachtete ich schon nach ca. 2 Stunden. Schnelles Umsetzen zwischen (bepflanzten) Aquarien mit ähnlichen Wasserwerten ist hingegen problemlos möglich. Bei den nächsten Transportversuchen werde ich die Tiere einzeln setzen und den Transportbeuteln jeweils einen Büschel Javamoos hinzufügen. Verhalten und Vergesellschaftung: Diese Xipho-Art ist sehr friedlich. Die Männchen sind untereinander rivalisierend. Besonders die Weibchen wirken sehr elegant durch ihren schnittigen Körperbau und die Färbung. Mit den mit ihnen teilweise vergesellschafteten Guppys und Zwerggarnelen gibt es keinerlei Probleme. Die Tiere verlieren ihre Scheu durch die Zutraulichkeit der Guppys und dichte Bepflanzung. Das dominante Männchen ist eine Augenweide und ständig am Balzen. Bei hektischen Bewegungen vor dem Becken geraten die Tiere leicht in Panik. Bei Gefahr versuchen sie sich in den Sand zu bohren, vielleicht verstecken sie sich bei Gefahr in ihrem natürlichen Habitat im Flusschlamm. Zucht: Nach 6 Monaten können die Weibchen geschlechtsreif sein. Die Würfe der erwachsenen Weibchen sind nicht sehr groß, bei mir werfen sie regelmäßig um die 10 Jungtiere. Die Trächtigkeit dauert ca. einen Monat. In einem gut bepflanzten Becken sind die Jungtiere vor den Eltern sicher. Bei mir halten sich die Jungfische gerne bodennah im Pflanzenbewuchs auf. Besondere Erwähnung sollte hier Javamoos finden, als Versteck und Nahrungsgrundlage, das auch bei anderen Wildformen sehr zum Gedeihen der Kleinen beiträgt. Erst ab einer Größe von ca. 1cm bekommt man sie zu Gesicht, davor führen sie ähnlich jungen Platys eine sehr versteckte Lebensweise. Verluste durch Alttiere halten sich wohl in Grenzen, ich konnte nicht beobachten, dass seitens der Alttiere den Jungfischen nachgestellt wurde. Die Jungen vertrauen voll auf ihre Tarnung und fliehen nicht einmal vor dem Kescher. Futter: Gefüttert wird bei mir abwechslungsreich mit Spirulina oder Guppyflocken, frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder Dekap, im Sommer oft Tümpelfutter wie schwarze und rote Mückenlarven, Wasserflöhe, Cyclops etc... Quellenangabe: with descriptions of four new species, The American Museum of Natural History, Novitates, no.2975 (1990)
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